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Einwohnerversammlung

Bericht Einwohnerversammlung Stuttgart Nord 27.4.26 im Sparkassenzentrum Pariser Platz

Nach 9 Jahren fand erstmals wieder eine Einwohnerversammlung des Stadtteils Stuttgart Nord statt.
Oberbürgermeister Dr. Nopper, die Bürgermeister Herr Dr. Maier, Frau Fezer, Herr Thürnau, Herr Pätzold, Herr Fuhrmann sowie Bezirksvorsteherin Frau Mezger stellten sich im gut gefüllten Saal der Sparkassenakademie am Pariser Platz den Fragen und Anliegen der Bürger*innen. Eine Ausstellung im Saal informierte Besucher*innen zudem über Bauvorhaben im Viertel sowie ansässige Vereine und Initiativen.

In Ihrer Begrüßung unterstrich Frau Mezger die Heterogenität unseres Stadtbezirks, der lebenswert durch das viele Grün sei und der bei 28 000 Einwohner*innen sehr unterschiedliche Menschen und Lebenssituationen vereine.
Mit den großen Infrastrukturprojekten wie dem Rosensteinquartier, der Maker-City, der Umgestaltung des AWS-Areals und der Verlegung des City-Rings kämen auf Stuttgart Nord große Umgestaltungen zu.

Dr. Frank Nopper betonte in seinem anschließenden Grußwort, dass diese Umgestaltungen das größte städtebauliche Potential in Stuttgart hätten und der Norden damit etwas ganz Besonderes sei. Überhaupt sei es ein sehr lebenswerter Stadtbezirk, der mehr als die meisten anderen von den vier Gartenschauen der Vergangenheit profitiert habe und heute die umfangreichsten Grünflächen aufweise. Er erwähnte im Zusammenhang mit der Geschichte des Stadtteils, dass es bereits im 19. Jahrhundert im Herdweg den ersten Zoo der Stadt mit 500 Tieren gegeben habe.
Als erfolgreiche Umgestaltungsprojekte der näheren Vergangenheit führte Dr. Nopper die Sanierung der Wagenhallen, den Umbau der Doggenburg-Kreuzung sowie das neue Siedlungswerk-Quartier an, das zwischen Nordbahnhofstraße, Friedhofstraße und Pragfriedhof entstanden ist.
In einem Ausblick auf die Zukunft bezog er sich auf die kommenden Projekte, namentlich das Rosensteinquartier, die Verlegung des City-Rings, die Maker-City, die Interims-Oper (so denn Geld dafür übrig sei), das neue Stadtteilhaus, das AWS Areal sowie das ehemalige Bürgerhospital, in denen über 500 Wohneinheiten an der Türlenstraße entstehen sollen, beide Quartiere sollen weitere Infrastruktur und lebenswerte Strukturen erhalten.
Die IBA 27 mit dem 100. Geburtstag der Weissenhofsiedlung werde als Hotspot Architekturbegeisterte anziehen, die Brenzkirche werde viel ihres ursprünglichen Stils von 1933 zurückerhalten. Die IBA könne für die Anwohner*innen auch eine herausfordernde Zeit werden, räumte Nopper ein.
Da seien auch andere Herausforderungen, die die Stadt sehe und angehe wie zum Beispiel die Vermüllung der Außenflächen, denen die Stadt mit einem 2,5 Millionen-Paket im aktuellen Doppelhaushalt begegne. Mit diesem Geld sollen mobile Reinigungstrupps, Müllsherifs und auch die Entfernung illegaler Graffitis möglich sein.
Weiteres wichtiges Anliegen sei die Reduzierung des Parkdrucks durch weiteren Ausbau des Parkraummanagements, welches in unserem Viertel jedoch erst ab 2028 kommen wird.
Das Parkchaos rund um den Killesbergpark sei ein Ärgernis, dem man mit mehr Kontrollen und mobilen Maßnahmen an schönen Tagen begegnen wolle.
Dass der Killesbergpark als einziger Park in Stuttgart fahrradfrei sei und dies auch bleibe, wolle man mit mehr Kontrollen sicherstellen.

Die anschließende Fragerunde eröffneten die Vertreter*innen des Jugendrats Nord, die sich für den Bolzplatz Doggenburg einen neuen Belag wünschen, damit dort wieder sicher Sport gemacht werden könne. Herr Thürnau versprach, sich zu kümmern und zu eruieren, was möglich sei.

In den weiteren 2,5 Stunden kamen Bürger*innen zu Wort, die vorab ihre Fragen auf Kärtchen geschrieben hatten und in der Versammlung aufgerufen wurden, um diese Fragen persönlich vorzutragen. Dabei ging es um unterschiedlichste Themen, die folgende stichwortartige Auflistung beinhaltet Themen, die für unser Viertel "Unterm Weissenhof" relevant sind.

Wer Interesse am gesamten Bericht mit allen Fragen hat, kann diesen gerne als pdf zugeschickt bekommen. E-mail an den Verein genügt.

• Frage zur wachsenden Population von Waschbären, ob denn nicht die Stadt hier tätig werden könne, anstatt die Problematik den Bürger*innen zu überlassen?
Antwort Dr. Maier: Bevor nicht auf Bundesebene Artenschutzgesetze verändert würden, blieben Waschbären und Dachse Privatproblem, welches mithilfe eines Antrages an die Stadt und Beauftragung eines Stadtjägers gelöst werden müsse. Auch in anderen Stadtteilen gebe es Probleme z. B. mit Krähen oder Nilgänsen. Man versuche es mit Vertreiben, aber für mehr fehle die Rechtsgrundlage durch den Bund.

• Wann kommt Parkraummanagement bei uns?
Antwort: es wird ab 2028 erweitert, auch um unser Viertel, aber aktuell wird nochmals genauer evaluiert, was Sinn macht.
Frage: Schüler*innen der Berufsschulen suchen bei uns Parkplätze und die Parkhäuser der Schule sind leer?
Frau Mezger möchte das nochmal gezielt angehen und auf die Schulen zugehen.

• Zur Weissenhofsiedlung: Wie sieht ein Verkehrs- und Infrastrukturplan für die IBA dort aus und warum muss es dort jetzt einen Einbahnverkehr geben?
Antwort Hr. Pätzold: Das Forum vor der Akademie sei so groß geworden, dass eine Einbahnregelung nötig werde, das Verkehrskonzept sei noch nicht ganz abgeschlossen, Info dazu werde folgen. Frau Mezger bittet die Stadt hier auch, das Einbahnkonzept nochmals zu überprüfen.
Weitere Bedenken: Es fehlen Mülleimer, Behindertenparkplätze, Parkbänke und überhaupt ein Konzept für das Ausstellungsjahr mit Besucherandrang.
Dies alles werde gerade erarbeitet und dann im Bezirksbeirat darüber informiert.
Die IBA solle zudem stark mit Öffentlichen besucht werden.
Und in Sachen Toilette werde man eine Lösung für außerhalb der Öffnungszeiten des Forums finden. Noch sei kein guter Standort für ein WC gefunden, aber man sei dran.

Auf Fragen der Anwohner nach Mietminderung (wegen Lärmbelästigung, erhöhten Emissionswerten, Verletzung des persönlichen Lebensraums) erklärte Pätzold, die Anwohner*innen lebten in einem Kulturgut, sie lebten privilegiert, sie würden das halbe Jahr wohl mehr Besucher ertragen müssen, profitierten ja aber auch von der Sanierung der Siedlung. Außerdem wolle der Verein der Freunde der Weissenhofsiedlung Besucher*innen informieren, dass Rücksicht wichtig sei, dass es sich nicht um ein Museumsdorf sondern eine bewohnte Siedlung handle.
Frau Dr. König (Geschäftsführerin der IBA27) betonte, es gebe absichtlich nur zwei Punktveranstaltungen dort, die mit jeweils 200 geladenen Gästen klein seien, sie sehe keinen Grund zur Panik, Besucherströme würden sich verteilen.

• Frage, warum Straßen oft mehrmals aufgerissen würden anstatt bei Öffnung des Straßen- und Gehwegbelages gleich die verschiedenen anstehenden Arbeiten zusammen zu erledigen?
Antwort: Man könne nicht mehr tun von Stadtseite als den Leitungsträgern die anstehenden Baustellen zu melden. Ob sie sich dann aber anschließen und diese Baustelle für ihren Ausbau nutzen sei ihre Sache.
Anschlussfrage: Warum werden nicht wenigstens grundsätzlich Leerrohre mit verlegt?
Antwort: Es sei nicht die Aufgabe der Stadt, für privatwirtschaftliche Leitungsträger Leerrohre zu verlegen. Dr. Nopper fügte noch hinzu, dass die Anschlussquoten (Glasfaservertragsabschlüsse) an manchen Orten so gering seien, dass die Betreiber zögerten und der Glasfaserausbau dadurch stocke.

Zum Ende der Veranstaltung bedankte sich Bezirksvorsteherin Mezger bei allen Beteiligten und rief Bürgerinnen und Bürger nochmals dazu auf, sich weiter einzubringen und z. B. die Sitzungen des Bezirksbeirats zu besuchen.

Sie interessieren sich für alle Fragen und Themen des Abends und möchten den gesamten Bericht zugeschickt bekommen? Wir freuen uns über eine eMail an: info@bv-unterm-weissenhof.de